Schüler tauschen Klassenzimmer mit Lehrwerkstatt

13.12.2017  Schwäbische Zeitung

15 Schüler der Realschule Mühlheim lernen praxisnah bei der Mühlheimer KLS Martin Group

Schülerin Sumea Altkriti beim Feilen eines Teils für die Parallelspannzwinge

(Mühlheim pm) Schüler der Realschule Mühlheim haben ihren Technikunterricht in die Lehrwerkstatt der KLS Martin Group verlegt. In sechs Unterrichtseinheiten vertieften die Schüler ihre Kenntnisse in der Metallbearbeitung.
Statt in die Schule zu gehen, besucht die siebte Klasse der Realschule Mühlheim seit Mitte November Ausbildungsleiter Ralf Schmid in der Lehrwerkstatt von Karl Leibinger Medizintechnik. Die Schüler sollen dort praxisnah ein technisches Projekt umsetzen, um möglichst viel Wissen in der Bearbeitung von Metall zu erlernen. Gefertigt wird eine Parallelspannzwinge, bei der die Schüler selbst feilen, bohren oder Gewinde schneiden dürfen. Schmid erklärt, dass es dabei nicht nur auf die reinen Bearbeitungskenntnisse ankommt, sondern auch darauf, möglichst genau und präzise zu arbeiten: „Schließlich dürfen auch bei der Fertigung, zum Beispiel von chirurgischen Instrumenten, kaum Toleranzen vorkommen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Schüler neben den handwerklichen Kenntnissen auch das Lesen und Verstehen technischer Zeichnungen lernen.“ In den ersten beiden Einheiten haben die Schüler zunächst einen Einblick in die Theorie erhalten. Dazu zählte auch ein Rundgang durch die verschiedenen Produktionsbereiche. Von der OP-Leuchtenfertigung, über die Herstellung chirurgischer Instrumente bis hin zum 3D-Druck von Implantaten. Die Schüler haben das Projekt „Parallelspannzwinge“ hinsichtlich der verschiedenen Arbeitsschritte theoretisch beleuchtet und einen Ablaufplan erstellt. Im Anschluss ging es dann an die Fertigung. Dabei werden die Schüler auch von den aktuellen Auszubildenden betreut und unterstützt.

Noch vor Weihnachten wird das Projekt abgeschlossen. Jeder Schüler wird für die Umsetzung der Aufgabe benotet. Wie in der Schule auch, kommt es dabei nicht nur auf das handwerkliche Können an, sondern auch auf das Verhalten, die Motivation und das Engagement. Ein Praxisbericht fließt ebenso in die Halbjahresnote ein.